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Die Legende vom Hl. Christophorus

Den Mächtigsten suchen - den Schwächsten finden

Am 25.11.1956 wurde in unserer Kirche auf dem Lichtenplatz die erste Heilige Messe gefeiert. Seit dieser Zeit begleiten uns die Fenster auf der linken Seite der Kirche, in denen der Künstler Werner Eckgold die Geschichte des Namenspatrons unserer Kirche darstellt.

Christophoruslegende

Christophorus war der Stärkste weit und breit. Da kam es ihm in den Sinn, auf die Suche zu gehen nach dem größten König der Welt. Ihm allein wollte er dienen. Als er ihn gefunden hatte, trat er in seinen Dienst.

Eines Tages kam ein Spielmann an den Hof des Königs. Er sang ein Lied, in welchem der Teufel beim Namen genannt wurde. Darüber war der König sehr erschrocken, und er machte rasch das Kreuzzeichen. Da wunderte sich Christophorus, und er wollte Näheres vom Teufel wissen.

Der König aber sagte nur: „Ich habe Angst, er könnte mir schaden.“ 

Da sprach Christophorus zum König: „Wenn Du Angst vor ihm hast, ist er größer und mächtiger als Du. Lebe wohl, ich will den Teufel selber suchen. Er soll mein Herr sein, ihm will ich dienen.“

Christophoruslegende

Also suchte Christophorus den Teufel. In der Wildnis fand er ihn und nahm ihn zum Herrn.

Christophoruslegende

Eines Tages kamen sie unterwegs an einem Kreuz vorbei. Der Teufel aber machte einen großen Bogen um das Kreuz.

Da merkte Christophorus: „Auch der Teufel hat Angst vor jemand. Er ist doch nicht der größte und mächtigste Herr. Es muss jemanden geben, der größer ist als er. Das Kreuz ist sein Zeichen. Ihn will ich suchen.“

Und er verließ den Teufel, um Christus zu suchen. Er sollte sein Herr sein. Ihm wollte er dienen.

Christophoruslegende

Lange suchte er nach einem Menschen, der ihm von Jesus Christus erzählen konnte. 

Zuletzt kam er zu einem Einsiedler. Dieser verkündete ihm Christus und unterrichtete Christophorus im Glauben.

Christophoruslegende

Je mehr der Einsiedler von Jesus Christus erzählte, um so unruhiger wurde Christophorus. „Wie kann ich ihn finden?“ fragte er den Einsiedler. Der antwortete: „Kennst Du den Fluss, darin so viel Menschen ertrinken, wenn sie ihn allein überqueren? Trage die Menschen hinüber. Das ist ein Dienst, wie er dem König Christus gefällt.“

Aus Christophorus wurde ein Fährmann. Er ging zum Fluss und baute sich am Ufer eine Hütte. Dann nahm er eine riesige Stange als Stütze und trug alle Leute ohne Unterlass über den Fluss.

Christophoruslegende

Als schon viele Tage vorüber waren und Christophorus einmal in seiner Hütte ausruhte, hörte er ein Kind vom Fluss herrufen: „Christophorus, komm heraus und bring mich hinüber!“ 

Christophorus ging hinaus und fand ein Kind am Ufer des Flusses. Das bat ihn sehr: „Bring mich hinüber ans andere Ufer.“

Da nahm Christophorus das Kind auf seine Schultern, griff zu seinem Stab und stieg in das Wasser.

Und siehe: Wie er den Fluss überquerte, da schwoll das Wasser mehr und mehr an. Immer schwerer wurde das Kind, so schwer wie Blei. Je weiter Christophorus ging, desto höher stieg das Wasser, desto schwerer wurde das Kind auf seinen Schultern. 

Da bekam er große Angst und fürchtete, er müsse ertrinken.

Als Christophorus endlich den Fluss überquert hatte, setzte er das Kind am anderen Ufer ab und sagte: „Kind, du hast mich in große Gefahr gebracht.“ 

Da antwortete das Kind: „Wundere dich nicht, Christophorus. Du hast heute Christus getragen, deinen König. Ich bin der, dem du mit deiner Arbeit dienst.“

Christophoruslegende

„Und damit du siehst, dass ich wahr spreche: Stecke deinen Stab neben der Hütte in die Erde. Morgen wirst du sehen, dass er grünt und blüht und Frucht trägt.“

Und damit verschwand das Kind vor seinen Augen. Christophorus ging hin und steckte den Stab in die Erde, so wie das Kind es gesagt hatte. 

Als er sich am nächsten Morgen erhob und aus der Hütte trat, trug der Stab Blätter und Früchte wie eine Palme.

Christophoruslegende

Christophorus kommt an den Hof eines Kaisers in Kleinasien. Dort nimmt man ihn gefangen. Ein Narr sagt zu ihm: „Du dummer Kerl, du kannst noch allerhand werden.“ Christophorus entgegnet: „Nein, ich bin dazu auserwählt, den Menschen zu dienen.“

Christophoruslegende

Christophorus tritt zur Verurteilung vor den König.

Christophoruslegende

Der König verurteilt ihn und gibt den Befehl, Christophorus mit Pfeilen zu beschießen und so zu töten. Ein Pfeil gleitet ab und trifft den König in die Augen, der dadurch erblindet. Da nimmt Christophorus den Pfeil und heilt den König.

Christophoruslegende

Im Gefängnis begegnet er zwei Frauen, die er bekehrt.

Christophoruslegende

Darstellung des Hl. Christophorus als Schutzpatron der Reisenden zu Wasser, zu Luft und auf der Erde