Proclamandum vom 16.06.2024

Am 16.06.2024 wurde in unserer Kirche folgendes Proclamadum als Ergebnis der Verhandlungen mit Köln verlesen.
Liebe Schwestern und Brüder auf den Südhöhen.
Im Januar wurden Sie an dieser Stelle über einen Konflikt informiert, der zwischen dem Generalvikariat in Köln und den Gemeinden auf den Südhöhen entstanden ist. Die Südhöhen waren - wie auch die anderen katholischen Gemeinden in Wuppertal - überzeugt, dass es im Frühjahr 2023 eine Zusage des Generalvikariates gegeben habe, dass die Südhöhen auch über 2028 hinaus als pastorale Einheit selbstständig bleiben können. Die Verantwortlichen im Generalvikariat waren hingegen überzeugt, dass es eine solche Perspektive nicht gegeben habe. Dieser Konflikt hat bei vielen von Ihnen zu Enttäuschung und Wut geführt.
Seit Februar befindet sich das Leitungsteam in guten und fruchtbaren Gesprächen mit dem Bereich Strategie im Erzbischöflichen Generalvikariat.
Das Generalvikariat und die Gläubigen auf den Südhöhen haben unterschiedliche Rollen, aber doch ein gemeinsames Anliegen: Lebendige und vielfältige Gemeinden zu stärken, Engagement der Menschen vor Ort zu fördern und gemeinsam nach guten Lösungen zu suchen, damit auch morgen und übermorgen die Kirche bei uns präsent, relevant und wirksam bleibt.
Konkret hat das Generalvikariat den Gemeinden auf den Südhöhen folgendes Angebot gemacht:
An einer festen Frist für die Überprüfung der Eigenständigkeit der Südhöhen als eigene Pastorale Einheit wird nicht festgehalten, sodass sie auch über 2028 hinaus bestehen bleiben kann.
Die Pfarreien auf den Südhöhen leisten ihren Beitrag zu einer Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen und fusionieren zum 1. Januar 2026 zu einer Pfarrei.
Ein späteres Zusammengehen der beiden Pastoralen Einheiten Südhöhen und Elberfeld und Wuppertaler Westen ist damit ausdrücklich nicht ausgeschlossen, sondern bleibt weiterhin eine denkbare und immer wieder zu prüfende Option, die sich jedoch aus der Entwicklung vor Ort heraus ergeben muss.
Die begonnenen Kooperationen und das Kennenlemen zwischen den beiden Pastoralen Einheiten sollen weiter gefördert werden.
Die Südhöhen gründen ein Koordinierungsteam, das - begleitet durch das Generalvikariat - Kooperationsmöglichkeiten mit der Pastoralen Einheit Elberfeld und Wuppertaler Westen sucht.
Diese Einigung bedeutet, dass die Gemeinden auf den Südhöhen ihren eingeschlagenen Weg als pastorale Einheit fortsetzen können, was die Charismenorientierung, das geschwisterliche Miteinander aller Getauften und Gefirmten und die besonderen Strukturen der Gemeindeleitung angeht.
Die Gemeinderäte und das Leitungsteam haben sich einstimmig entschlossen, diesen Kompromiss anzunehmen und bitten die Kirchenvorstände, den Beschluss zur Fusion zu fassen. Konkret bedeutet dies, dass die Pfarrgemeinden St. Christophorus, Hl. Ewalde und St. Hedwig ab dem 1.1. 2026 der Pfarrgemeinde St. Joseph beitreten. Pastoral bedeutet dies allein keine Veränderung. Ihre Kirche wird ihren Namen nicht ändern. Eine Zentralisierung von pastoralen Angeboten an einzelnen Orten wird es nur wegen der Fusion nicht geben. Im Bereich der Verwaltung und im Hinblick auf die Kosten, die durch sie entstehen, ist dies aber ein großer Fortschritt.
Unter Christen ist Streit nicht verboten. In der Bibel ist Streit um den richtigen Weg in den frühesten Gemeinden belegt. Trotzdem sind wir froh, dass dieser Konflikt nun beigelegt ist. Bei aller Freude dürfen wir aber die Augen nicht davor verschließen, dass die Kirche auch auf den Südhöhen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor vielen Änderungen und Umbrüchen steht. Bei allem, was vor uns liegt, dürfen wir auf den Beistand Gottes vertrauen.
Simon Schmidtbauer
Martin Schumacher
Torben Pollmann